Wie schon im Januar angekündigt, ist es dieses Jahr meine Challenge neun Xterras verteilt in ganz Europa zu absolvieren. Mit der Option sich für Maui im Oktober über einen direkten Slot, über die Europa- oder Beneluxserienwertung zu qualifizieren oder einen Platz über die at Large Verlosung zu erhalten. Somit begann an diesem Donnerstag die Reise, die uns (Nadine und Tobi) zum ersten Rennen an den Gardasee führte.
Am Donnerstagabend ging´s zuhause los, sodass wir dann am Freitag gegen 12 Uhr in Toscolano angekommen waren. Das Wetter lies zu diesem Zeitpunkt noch positives erahnen. Also Bikes zusammenbauen und dann mal auf die Strecke zum Abfahren. Zuerst einmal ging es etwas durch die Stadt, wo wir dann einen netten Franzosen aufgabelten, der mit uns gemeinsam die Strecke abfahren wollte. Dann ging es erstmals ca. 6 km meist ziemlich steil und teils auch technisch anspruchsvoll bergan. Das war schon eine echte Tortour. So hart hätte ich mir das, um ehrlich zu sein nicht vorstellt, auch wenn man betrachtet, dass es diesen Mörder Anstieg im Rennen zwei Mal zu bewältigen gilt. Naja oben angekommen trafen wir erstmal die Xterra-Amateur Weltmeisterin Jindřiška Zemanová mit der ich dann kurz ins Gespräch kam aber ihr leider auf dem folgenden ersten richtig harten und technischen Trail nicht folgen konnte. Dieser Trail war für mich schon sehr am Limit, war aber gerade noch fahrbar. Zumindest bis zur Schlammstelle, wo ich dann das erste Mal vom Rad stieg und schob. Hier entschloss ich mich beim Abfahren nicht schon unnötiges Risiko einzugehen, das könnte ich ja noch im Rennen tun. Pustekuchen wie es sich im Nachhinein erwies….
Im Folgenden ging es dann wieder ein anspruchsvolles steiles Stück bergauf wo ich mir schon dachte, also wenn´s das gewesen ist bin ich echt froh. Dann wird das ja nur eine mega große Herausforderung für die Kraft und Ausdauer. Nach ein paar weiteren relativ leichten aber leicht matschigen Trails war aus der Ferne schon ein gelbes Schild mit der Aufschrift „Danger“ zu erkennen. Nach kurzem Stopp erkannte ich, dass es sich um die weitere Wegführung handelte. Einfach nur saumäßig steil bergab mit einer Menge losem Geröll und das auch noch gefühlt 2 km lang…. naja, absteigen und schieben. Aber auch da redete ich mir ein, im Wettkampf geht das schon, wenn es ausgefahren ist. Was ich letztendlich für mich zwar Grenzwertig aber fahrbar war. Nach einem weiteren steilen Anstieg ging es in einen letzten steilen und ziemlich verblockten Trail hinein, den ich beim Abfahren mit Angst aber ohne irgendwelche Probleme bewältigen konnte. Wieder angekommen im Hotel ging in mir schon die Negativen Gedanken im Kopf herum: „Wie soll ich das schaffen“, „Boah Xterra ist doch vllt. eine Nummer zu Krass für mich“, “ wie soll ich den Danger-Trail bewältigen“, usw. Dann beschloss ich am nächsten Tag einfach nochmals zu fahren, um mir Sicherheit zu holen. Leider wurde daraus nichts mehr aufgrund des Regens, welcher die Bedingungen nicht vereinfachte. Irgendwann kam ich zum Entschluss, es nun alles mal von der Positiven Seite zu betrachten und die Techniken zu nutzen die mir meine Lifecoach Daniel dienstags in einem kurzen Coaching noch an die Hand gab. Dann war es nach einem sehr chilligen Samstag auch schon Sonntagmorgen!
Morgens ging es dann kurz mit dem Rad von unserem nur 1 km entferntem Hotel zum Start. Da wir die Startunterlagen schon samstags abgeholt hatten ging der Bike Check-In ziemlich zügig und wir hatten noch gut Zeit zum chillen. Um 12 Uhr dann schnell in den Neo und zum einschwimmen in den leicht kühlen Gardasee (ca. 15 C). Die Außentemperatur lag bei annehmen 18 C. Um 12.30 Uhr ertönte dann der Start für die Profis bevor die erste Gruppe der Age-Grouper (alle unter 40) um 12.33 Uhr starten durften. Nach dem ich mich beim Start etwas ungünstig positioniert hatte waren die ersten 100 m mehr eine Schlägerei. Spätestens nach der ersten Boje hatte ich meine Position und den Rhythmus gefunden und konnte Meter für Meter weitere Schwimmer überholen.
Angekommen beim Landgang zähle ich gerade mal 5 weitere grüne Badekappen von den ca. 150-200 Starten meiner Gruppe. Cool, ich liege ziemlich gut auf beim Schwimmen, für meine defensive Rennplanung sogar viel zu gut. Also Tempo rausnehmen und die zweite Runde einfach mal easy im GA1 schwimmen. Auch das zweite Runde lief dann super und ich konnte trotz des gechillten Schwimmens noch 2 Profis überholen, die 3 Min. vor uns gestartet waren. Nach 25 Min. steige ich völlig gelassen aus dem Wasser, was eine immer noch super Zeit ist, wenn man betrachtet, dass der spätere Sieger bei den Profis auch 22 Min. gebraucht hat. Ab in die Wechselzone, der erste Wechsel läuft ganz ordentlich nur beim Ausziehen des Neo´s und speziell beim Anziehen der Handschuhe verliere ich Zeit. Auf dem Rad läuft es am ersten Anstieg super und ich habe richtig Druck in den Beinen. Allerdings werde ich schon von einigen Konkurrenten aufgrund der verhältnismäßig guten Schwimmleistung überholt. Aber egal, ich nutze mein Mentaltraining und fahre mein Ding und schaue nicht über 250 Watt NP zu kommen. Oben angekommen geht es in den ersten Trail den ich super bewältige. Dann die noch viel größere und schwerere Matschs-Stelle…… absteigen und schieben. S……. was passiert im Kopf jetzt. Okay positiv sein und weiterfahren. Klappt auch super die nächsten beiden Kilometer nur dann Verhacke ich mich in einer Wurzel und kippe zur Seite. Tut weh, macht aber nichts aufsteigen und weiter machen. Naja, ab diesem Stück habe ich nur noch im Kopf „nicht Stürzen“, „komm sicher ins Ziel“, „nichts riskieren“, genau dass, was mir täglich in den ersten 20 Jahren meines Lebens eingetrichtert wurde kommt mir jetzt gerade im Rennen wieder hoch. Naja den letzten Trail schaffe ich es wie es Geisterhand nochmals zu fahren und mich massivst zu überwinden. Dann wieder in der Stadt angekommen auf in die Zweite Runde… ich greife wieder auf mein Mentaltraining zurück und schaffe es dann langsam wieder in den tritt zu kommen und die geplanten 250 W auf der Straße zu fahren.
Dann wieder positiv in die zweite Runde Starten. Neue Flasche an der Verpflegungsstelle schnappen und weiter. Und was passiert, ich bekomme natürlich keine Flasche. Sprich für die 6 km „Mörder“-Anstieg und einen Trail habe ich kaum noch Wasser keine Kohlenhydrate mehr….. Okay positiv bleiben und weiter machen. Irgendwann wirds dann ziemlich hart, aber ich schaffe es noch relativ ordentlich bis an den höchsten Punkt. Dort angekommen steige ich sofort aus den Pedalen und schiebe den nächsten Trail komplett nach unten. Was für eine Schmach…… Naja dann noch ein Berg nach oben und anhalten bei der Verpflegung. Flasche füllen und 2 Gels rein. Und eine Flasche direkt trinken.

 10 Min. später zeigt sich auch schon, dass auch trinken zu viel sein kann. Ich muss für eine Pinkelpause, sowie später beim Laufen für eine zweite anhalten. Naja, was solls weiter gehts. Mit eine Wut im Buch über mich selbst, fahre ich nun plötzlich dann für mich so schweren Danger-Trail. Dann den letzten anstieg hoch bevor es in den letzten Downhill geht. Dann kippt die Stimmung wieder und ich steige wieder ab und schiebe den letzten Trail nur noch hinab. Dabei werde ich bestimmt von 20 Athleten überholt…….. noch kurz zurückrollen. Der Zweite Wechsel funktioniert dann super und ab zum Laufen. Die ersten 2 km gehen erstaunlich gut. Und ich überhole wieder einige Konkurrenten. Dann zeigt auch die Laufstrecke ihren Anspruch auf den 11 km sind über 300 hm zu bewältigen, die einen enormen technischen Anspruch haben (steil Bergauf, sehr technisch Bergab, Klettern, Bach Überquerungen, usw.). Nach 3:53 h erreiche ich dann endlich die Ziellinie und bin froh, dass ich einfach nur angekommen bin.

Fazit: Körperliche festigt sich meine Form mehr und mehr. Schwimmen läuft wie immer sehr gut und auch das Radfahren wird stetig sowohl technisch als auch konditionell kontinuierlich besser. Beim Laufen gibt es nach meinen langwierigen Achill sehnen Beschwerden speziell beim Uphill noch Verbesserungsbedarf. Aber auch das wird sich über die nächsten Wochen regeln. Mein Thema bis zum nächsten Wettkampf in 2 Wochen (Xterra Belgien) ist ganz klar der Kopf und meine absolut unbegründete Angst auf den Downhills. Letztendlich bin ich jedes schwere Stück der Strecke einmal gefahren aber leider nur einmal und eben nicht zweimal. Was solls, es war das erste Rennen, ich habe sehr viel gelernt und werde die nächsten 2 Wochen so viel an meinem Kopf arbeiten, dass ich beim nächsten Rennen ein anderer Fahrer sein werde.

Zum Event: Das Rennen ist von der Landschaft und der Organisation absolut empfehlenswert! Nur sollte man sich im Vorhinein im Klaren sein, was auf einen sowohl technisch als auch konditionell zukommt. Also besser davor das ein oder andere einfacher Xterra Rennen absolvieren.

Ergebnisse: 

Swim: 25:03 mín

T1: 1:58 min

Bike: 2:17 h 

T2: 1:10 min

Run: 1:08 h 

Overall: 192.

Ak: 12.

Ergebnislisten gibts hier